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Vom Juwelier
zum Galeriehaus

Was wurde nicht alles geschrieben über den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Gutes und Richtiges. Kreativwirtschaft und speziell Design spielen eine entscheidende Rolle für die positive Entwicklung unserer Region. In diesem Kontext steht auch das Galeriehaus Grosche.

Da ist die Umwidmung von industrieller Architektur in Raum für Leben, Arbeit und Dienstleistung sowie Kultur. Das Gebiet rund um die ehemalige Zeche Erin, wo das Galeriehaus beheimatet ist, reiht sich hier ein. Liebhaber moderner Schmuckkultur orientieren sich seit 2006 am Wahrzeichen des Gebiets, dem ehemaligen Förderturm der Zeche, wenn sie das Galeriehaus Grosche suchen und besuchen. Ein moderner Bau mit ganzheitlichem Konzept. Wie es dazu kam? Das erzählen wir hier.

Wenn Matthias Grosche heute auf seine Familiengeschichte blickt, sieht er eine konstante Linie. Oma und Opa aus dem Sauerland: Juwelier seit 1909. Oma und Opa aus Duisburg: Juwelier seit 1914. Mama und Papa: seit 1950 Juwelier in Castrop-Rauxel. Sohn Matthias macht es etwas anders. Man spürte gestalterisches Talent und erkannte handwerkliches Geschick. Nach seiner Ausbildung zum Goldschmied und Gesellenjahren in verschiedenen Werkstätten wurde er Meister und staatlich geprüfter Schmuckgestalter. Mitte der 1990er-Jahre hieß es: „Junge, du übernimmst den Laden oder wir verkaufen.“ Der Junge übernahm … auf seine Weise. Er transformierte das elterliche Geschäft schrittweise ins heutige Galeriehaus Grosche, das 2006 eingeweiht wurde. Ein Unikat im Pott, ach in der Republik. Eine echte Marke für gelebte Schmuckkultur. Auf die Frage, ob er am Ziel sei, antwortet Grosche: „Hoffentlich nicht! Wir werden uns immer wieder neu erfinden – wie Kunst, Kultur und speziell der Schmuck.“

Galeriehaus Grosche früher
Galeriehaus Grosche jetzt
Galeriehaus Grosche Gründer
Galeriehaus Grosche Goldschmied

Schmieden, aus
Leidenschaft

Sie haben es gelesen: Die Tradition der Grosches als Juwelier reicht ins Jahr 1909 zurück. Die Großeltern und Eltern haben immer zeitgenössischen Schmuck renommierter Labels gezeigt – gefertigt aus edlen Metallen und Steinen begleitet von modischen Accessoires. Sie stammten allerdings nie aus der eigenen Werkstatt. Das änderte sich im Jahr 1993. Matthias Grosche startete mit der Gründung der Goldschmiede in das Projekt Galeriehaus. Eigene Entwürfe konnten jetzt vor Ort entwickelt und erschaffen werden – ganz nah am Wunsch des Kunden.

Seine Leidenschaft fürs Goldschmieden ist ungebrochen. Im Jahr 2016 formulierte Matthias Grosche es so: „Das Feuer hilft, Metalle zu formen. Dieser Prozess ist immer wieder Inspiration für Gestaltung. Es brennt aber auch in unseren Herzen … für Schmuck.“

In der Goldschmiedewerkstatt entstehen individuelle Schmuckserien, die Matthias Grosche gemeinsam mit seinem Team entwirft. Hier werden Trauringe und Antragsringe geschmiedet. Und natürlich führt die Goldschmiede Umarbeitungen sowie Reparaturen aus. Die Werkstatt ist offen gestaltet. Der Kunde blickt auf den Werktisch. Der Goldschmied wiederum ist Teil der Beratung. Eine fruchtbare Wechselwirkung.

Galeriehaus Grosche Interieur

Mit dem
Durchblick kam
der Durchbruch

Im Zentrum von Castrop-Rauxel hatte das elterliche Juweliergeschäft seinen Platz. 1995 mietete Matthias Grosche das angrenzende Ladenlokal an und etablierte hier die Galerie Grosche, wo er eigene Schmuckkreationen zeigte sowie Arbeiten der Avantgarde. Tradition und Innovation existierten neben- und miteinander – man hatte kurzerhand die Wand durchbrochen. Eigentlich ein schönes Bild. Der Weg wurde für die Liebhaber von Schmuck freigemacht. Sie konnten zwischen den Welten – klassisch und modern – nach Herzenslust wandeln. Die Kinder besuchten die Galerie. Die Eltern den Juwelier. Oder auch mal umgekehrt. Das Galeriehaus gab es schon: in der Vorstellung. 2006 wurde es am Fuße des Erinturms eröffnet.

Hier gibt es keine Grenzen, es gibt Wege. Das Galeriehaus Grosche verbindet Wohnen, Werkstatt und Beratung. Die Architektur steckt die Bereiche nicht deutlich ab. Die Werkstatt ist offen und das Licht flutet durch die Räume. Man fragt, bevor der imaginäre Bereich des anderen betreten wird. So bleibt der Blick frei und weit und es entstehen bemerkenswerte Schmuckkreationen. Der Dialog mit Arbeiten anderer Gestalter ist möglich. Es profitieren alle: Gestalter, Besucher, Mitarbeiter.